r. Bühler / Honiton Spitze & Forschung / lace.art.history

Von der Fadenkunst zur Kulturgeschichte: Wer steckt hinter lace.art.history?

Meine erste Liebe: Die Honiton-Spitze

Meine persönliche Liebe gilt der Honiton-Spitze. Diese außergewöhnlich feine Spitzenart klöpple ich seit vielen Jahren mit größter Begeisterung. Weshalb? Aufgrund der enormen Anzahl an Füllungen sind die Gestaltungsmöglichkeiten der Honiton-Spitze schier grenzenlos. Zudem faszinieren mich das präzise Einhäkeln und das Arbeiten mit hauchfeinem Garn.

Meinen ersten Honiton-Kurs absolvierte ich bei Susan Thompson. Die filigrane Rosette arbeitete ich nach einem Entwurf aus ihrem Buch „Further Steps in Honiton Lace“. Später entstand dazu eine maßgefertigte Fassung in der renommierten Schmuckwerkstatt des Juweliers und Goldschmieds Oberleitner in Wiesbaden – die Fotografie dieses edlen Schmuckstücks bildet heute mein Logo. Am liebsten arbeite ich jedoch nach eigenen Entwürfen. Einige ausgewählte Kostproben präsentiere ich Ihnen nachfolgend:

Abb. 5: Foto: Eigene Aufnahme

Abb. 6: Foto: Eigene Aufnahme

Abb. 7: Foto: Eigene Aufnahme

Die Darstellung des Klosters Eberbach im Rheingau.
Vom ersten Entwurf bis zur finalen Ausfertigung dieses Werkes sind etwa zwei Jahre vergangen.

 Inspiriert von Mika Toyoda – ich hatte ein Foto ihrer geklöppelten Callas gesehen – habe ich eigene Entwürfe für diese faszinierende Blume kreiert.

Eine männliche Figur, die stellvertretend die prachtvolle Herrenmode des 17. Jahrhunderts repräsentiert.

Meine zweite Liebe: Die Geschichte im Spiegel der Zeit

Abb. 9: Foto Yüksek, Ahmet, Unsplash, Hohe Bücherregale voller alter Bücher in einer Bibliothek

Abb. 8: Rijksmuseum Amsterdam, Straat waar vrouwen aan het kantklossen zijn

Als ich vor Jahren mit der Recherche für einen Vortrag begann, stieß ich schnell auf eine wissenschaftliche Leere: Die Regale der Bibliotheken waren zwar voller Anleitungen zu Techniken, Mustern und Spitzenarten – doch Bücher, die das Phänomen Spitze multidimensional kontextualisieren, suchte ich vergeblich. Kaum ein Werk beleuchtet die tiefgreifenden wirtschaftlichen Einflüsse, die globalen Handelswege, die realen Lebens- und Arbeitsverhältnisse der Spitzenmacherinnen oder die Macht der Kirche in ihrer Gesamtheit.

Dieses Wissen ist nicht verloren, aber es ist im wahrsten Sinne des Wortes vergraben. Es schlummert in Bänden zur französischen Wirtschaftsgeschichte, in historischen Zeitschriften oder in alten Gesetzestexten. Dieses Material ans Licht zu holen und zugänglich zu machen, erfordert eine tiefgehende, systematische Quellenanalyse, der ich mich mit großer Leidenschaft widme.

Das Ziel von lace.art.history

Genau hier setzt mein Projekt an. Mein Ziel ist es, diese Lücke zu schließen und die Kulturgeschichte der Klöppel- und Nadelspitzen in ihrer gesamten, faszinierenden Komplexität zu entfalten.

Ich möchte das Thema aus der reinen Handarbeitsnische herausholen und die historischen Zusammenhänge so präsentieren, wie diese filigrane Kunst es verdient: fundiert, lebendig und mit wissenschaftlichem Anspruch. 

Abb. 10: Foto Marnix Smulders, Unsplash

Rijksmuseum Amsterdam

Ein herzliches Dankeschön gilt dem Rijksmuseum Amsterdam. Dank der großzügigen völlig kostenlosen und ohne Urheberrechtsbeschränkungen (als Public Domain) Bereitstellung hochauflösender Bilder aus seinen weltberühmten Sammlungen kann ich die faszinierende Geschichte der Klöppel- und Nadelspitzen auf diesem Blog zum Leben erwecken. 

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